Wandmalerei – Graffiti

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Wandmalerei – Graffiti

 

Wandmalerei – Graffiti

in jeder Stadt, in jedem Bahnhof sind sie zu sehen, die Wandmalereien, Graffitis. Und leider auch die etwas unschöneren Signet verschiedenen Künstler, die ausser ein paar Buchstaben wenig auf die Wand bringen. Auf diese Weise sinkt die Akzeptanz dieser verschmähten Kunstart immer weiter.

Aber in erster Linie fallen die überdimensionalen Malereien auf. Wer malt sowas, wer beauftragt die Künstler? Verstehen sich die Künstler als Künstler oder mehr als Messagegeber?

Das kann man im Prinzip nur einzeln für jedes Kunstwerk sagen.

Entwicklung

Vor 20 Jahren war jede Art der wilden Wandmalerei verpönt. Es sei denn, sie wurde als Teil eines Gebäudes vom Architekten höchstpersönlich in Auftrag gegeben und dann waren sie meist auch ohne Aussagen – eher als dekorativer Zusatz. Wenn man heute durch eine Stadt flaniert, findet man sowohl rein dekorative, als auch sehr aussagekräftige Wandmalereien. Vor allem wenn man darauf achtet.

Graffiti ist mehr ein Sammelbegriff als eine Definition. Er steht für gestalterisch unterschiedliche Elemente, zum Beispiel Bilder, Schriftzüge oder Zeichen, die mit verschiedenen Techniken auf Oberflächen oder durch deren Veränderung im privaten und öffentlichen Raum erstellt wurden. In der Regel werden Graffiti unter Pseudonym und illegal gefertigt.

Die Akzeptanz für die Wandbilder ist unterschiedlich geprägt. Während nicht genehmigte Graffiti in der öffentlichen Wahrnehmung, oft als Vandalismus betrachtet werden, sehen Kunstliebhaber und Künstler in ihnen eine Ausdrucksform.

Hang zum Revoluzertum

Bei Wikipedia werden die einzelnen Styles wie Scratching, Etching, Streetart oder Pixaçao genau beschrieben. Für mich als Genießer von Streetart etc ist es meist egal, welche Technik dahinter steckt. Interessant finde ich eher die Tatsache, dass Streetart immer noch eine Subkultur darstellt. Innerhalb der Szene sind bedeutende Namen wie FRANK 207, EDDIE 181, HONDO 1, JAPAN 1, MOSES 147, SNAKE 131, LEE 163rd, STAR 3, TRACY 168, BARBARA 62, EVA 62, CAY 161, JUNIOR 161 und STAY HIGH 149 durchaus geläufig. Inzwischen aber sind die Stars der Szene den Sternchen gewichen. Nicht dass se nicht noch unglaublich schöne Riesenbilder oder Schriftzüge gibt, aber öfter sieht man 2 oder 3 verwahrloste Buchstaben auf Wänden oder Zügen.

Hang zur Kunst

Die Motivationen Wände als Kunstraum zu inszenieren ist sehr unterschiedlich. 2 Spanier, mit denen ich gesprochen haben sind politisch motiviert, eine Britin erzählt in einer Dokumentation, sie wolle die Welt verschönern und die meisten Künstler sind sich über die illegale Tat durchaus bewusst und nicht besonders begeistert, wenn mal wieder eine Stadt einen ganz offiziellen Auftrag zur Gestaltung einer Hallenwand an Graffiti-Artist vergibt.

Ein wenig ist es eben auch der Hang zum Revoluzertum, der die Künstler reizt.

Auf meinen Reisen ist es mir immer wieder aufgefallen, dass es Orte gibt, an denen wenig gesprüht und illegal verziert wird. Und andere die vollkommen bunt sind. So finde ich New York recht trist, Valencia hingegen bunt und anregend. Kreuzberg kommt mir eher verschmiert vor, Köln aber erfreut meine Augen mit kleinen bunten Überraschungen. Mein persönliches Mekka der bunten Wände ist Miami. Im Art Distrikt gibt es sogar einige Straßenzüge die inzwischen wie ein Museum besucht werden. Hier durften sich ausgewählte Künstler verewigen.

Ganz anders in Spanien. Da sind die Gemälde auf den Fassaden düsterer und oft sind auf einer Wand gleich 3 oder 5 verschiedene Bilder, die alle ineinander übergehen.

In Barcelona und Valencia gibt es herrliche Megabilder. Und selbst auf kleinen Inseln wie St. Croix in der Karibik ist der öffentliche Raum oft bunt, bekritzelt und mit recht unverständlichen Messages versehen.

Buntheit genießen

Ich kann diese überdimensionale Buntheit genießen, ich erfreue mich daran. Die Künstler, die mich wachrütteln möchten, die ich nicht verstehe, bitte ich um Verzeihung, aber die Zeiten in denen sich Menschen über besprühte Wände und Züge aufgeregt haben sind vielleicht auch vorbei.

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